Die Wahl der richtigen Komponenten


Der Anfang jedes Laufradsatzes - und nicht weniger entscheidend für ein gutes Resultat als der fachmännische Aufbau - ist die Wahl der richtigen Komponenten in Abhängigkeit von Einsatzzweck, Fahrstil und Fahrergewicht.

So leicht wie möglich, so stabil wie nötig.

Leichtbau um jeden Preis ist meist nicht zielführend. Der Ansatz "So leicht wie möglich, so stabil wie nötig" trifft den Kern der Sache schon eher, denn die Wahl der Komponenten hängt maßgeblich vom designierten Einsatz, Fahrstil und Gewicht des Fahrers ab.

Wer hier unnötig schwer, wählt und so unnötig viel Kraft verpulvert, Spritzigkeit sowie Agilität auf dem Trail einbüsst, macht den selben Fehler wie jene, die als primäre Vorgabe ein bestimmtes Gewicht im Sinn haben und ihren Laufradsatz alleine darauf ausrichten, sich später aber über die mangelnde Haltbarkeit ärgern weil die Komponenten nicht zum Verwendungszweck passen.

Es gilt also die passenden Komponenten für den vorgesehenen Zweck auszuwählen. Kompromisse sind hier angesichts der Vielfalt an Produkten die uns zur Verfügung stehen, nicht sehr oft notwendig.

Wer das Optimum rausholen will, dem lege ich deshalb eine persönliche Ausarbeitung des richtigen Laufradsatzes mit mir zusammen ans Herz - einfach per E-Mail ganz unverbindlich Kontakt mit mir aufnehmen und die auf der Startseite dieser Website ausgeführten Eckdaten mitteilen!


Weshalb von Hand gebaute Räder besser sind


Nachdem man sich bei den Komponenten festgelegt hat, steht der fachgerechte Aufbau der Räder an.

Die meisten Laufradsätze die man mit seinem Bike kauft oder billig nachrüstet, sind Fliessbandprodukte ohne besondere Abstimmung der Komponenten die dann auch noch maschinell eingespeicht wurden. Die Vorteile für den Anbieter sind klar: Es geht schnell und ist somit billig in der Produktion - Massenware eben. 

Dauerhaltbarkeit durch...

Laufräder vom Fliessband leiden idR. unter der Notwendigkeit, dass man sie eher früher als später nacharbeiten sollte, weil das Speichengerüst einerseits nicht gleichmässig auf die erforderlich hohe Spannung gebracht wurde und andererseits das Laufrad während des Aufbaus nie oder zu wenig oft abgedrückt wurde. Ein fachgerechter Aufbau macht Nachzentrieren unnötig.

Ohne ausreichend hohe Speichenspannung ergibt sich kein stabiles Laufrad und die EInzelkomponenten können unter Umständen auch Schaden nehmen. Das kann sich dann in abreissenden Nippeln und am Bogen brechende Speichen manifestieren.

...gleichmässige Speichenspannung...


Ist die Speichenspannung je Seite stark ungleichmässig, werden einzelne Speichen zu wenig und andere zu stark belastet, was der Haltbarkeit der Speichen und des ganzen Rads schadet. Hier leiden vor allem
die Speichenbögen weil sie anfangen zu arbeiten, d.h. der Speichenkopf bewegt sich in der Speichenbohrung der Nabe - erst dann werden sie zu einer Schwachstelle die Probleme bereitet.

Das Versagen einzelner Komponenten ist unter diesen Umständen - abseits von äusseren mechanischen Einflüssen - oft die Folge von Versäumnissen beim Aufbau des Laufrads. Ohne gleichmässige Speichenspannung gibt es kein haltbares Laufrad.  

Als gewissenhafter Laufradbauer achte ich deshalb nicht nur auf bestmöglichen Rundlauf sondern ganz besonders auf ein belastungsgerecht aufgebautes und somit starkes und langlebiges Speichengerüst. Das ist eine Fähigkeit die der Mensch der Einspeichmaschine voraus hat. 

 ...Erfahrung, Geduld, Präzision und Gewissenhaftigkeit.

Laufradbau ist zwar keine Hexerei, sie verlangt jedoch für ein optimales Resultat Erfahrung, Geduld, Präzision und Gewissenhaftigkeit. Wer hier zu viele Abkürzungen nimmt, sieht das Rad schneller wieder als es einem lieb ist - für einen kommerziellen Laufradbauer keine gute Geschäftsphilosophie.

Gut zu wissen: Die Industrie suggeriert zwar vielfach das Straightpull Speichen in jeder Hinsicht besser und haltbarer wären als J-Bend Speichen, was jedoch nicht pauschal richtig ist - sie ermöglichen hauptsächlich einen besseren maschinellen Aufbau im Vergleich zu J-Bend Speichen, weil Maschinen nicht in der Lage sind dafür zu sorgen, dass sich der Kopf und Bogen einer J-Bend Speiche so gut in den Nabenflansch setzt wie das ein Laufradbauer kann. Straightpull ist vornehmlich entstanden weil es den maschinellen Aufbau effizienter und besser macht.

Allerdings sind die Anforderungen an die Präzision der Speichenkopfaufnahme in SP-Naben höher als bei J-Bend Naben, damit der Speichenkopf eben auch plan aufliegt. Andernfalls knickt die Speichenlinie leicht ab, was man bei vielen Rädern (egal wer oder was sie baut) auf der anderen Seite beim Nippel in der Felge schon beobachten kann, weil sich der Nippel aufgrund der Position und Durchmesser der Bohrungen sowieder Dicke des Felgenbodens in der Felge nicht ausreichend nach der Speichenlinie ausrichten kann - selbst wenn man Nippel verwendet die einen sphärischen Kopf besitzen der genau dies begünstigen soll.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass Straighpull Naben konstruktionsbedingt eher eine ungünstigere Geometrie als klassische Naben für J-Bend Speichen besitzen. Ein kleinerer Lochkreis ergibt einen geringeren Hebel zur Abstützung des Drehmoments etwa beim bremsen und pedalieren. Daraus ergibt sich eine grössere Torsion zwischen Nabe und Felge - fairerweise muss man aber auch eingestehend, dass nicht alle J-Bend Naben dies besser machen als SP-Naben, denn es gibt schliesslich auch Modelle mit vergleichsweise kleinem Lochkreisdurchmesser.

Darüber hinaus sind die Abstände der Flansche zur Nabenmitte bei SP-Naben tendenziell (aber nicht pauschal) etwas geringer als bei J-Bend Naben - es liegt also eine etwas geringere Stützbreite vor, was das Rad auch nicht besser macht.